Geländeausnutzung

 

Geländeausnutzung ist das dem Gelände angepasste Verhalten des Soldaten oder einer Truppe, um

  • sich der feindlichen Waffenwirkung und Beobachtung zu entziehen
  • die eigenen Kampfmittel voll und möglichst überraschend zur Wirkung zu bringen oder
  • kampfkräftig an den Feind heranzukommen

Auch in der Nacht oder bei schlechter Sicht ist die Geländeausnützung wie bei Tag erforderlich, da der Feind mit Nachsichtgeräten oder Wärmebildgeräten ausgerüstet sein wird.

Die Geländeausnutzung ist vor allem abhängig von Oberflächenformen und Bodenbedeckungen. Man unterscheidet:

  • Panzergelände
  • Infanteriegelände
  • Panzerlinie
  • Infanterielinie

Panzergelände ist ein offenes oder teilweises bedecktes Gelände, das die Bewegung von Kampffahrzeugen in einer Breite von mindestens 600m zulässt und den Kampf auf weite Entfernung ermöglicht.

Infanteriegelände ist bedecktes und/oder stark gegliedertes Gelände, das die Bewegung von Kampffahrzeugen weitgehend auf Strassen und Wege, den Kampf vorwiegend auf nächste und nahe Entfernung beschränkt und auf weite Entfernung ausschliesst.

Panzerlinie ist ein Geländestreifen im Infanteriegelände, der die Bewegung von Kampffahrzeugen auf einer Breit von mindestens 100m zulässt und den Kampf auf weite Entfernung ausschliesst.

Infanterielinie ist ein Gelände von geringer Tiefe innerhalb eines Panzergeländes, welches quer zur Angriffsrichtung von mechanisierten Kräften liegt und den Einsatz infateristischer Kräfte durch entsprechende Geländeform, Bodenbewuchs und/oder Bebauung begünstigt.

WAHL DER STELLUNG

Es sind die Geländegegebenheiten zu beurteilen, um alle sich bietenden Vorteile gegenüber dem Feind auszunützen:

  • die Annäherungsmöglichkeiten des Feindes
  • die Panzerabwehr
  • das Schussfeld
  • die Gefechtsfeldbeobachtung
  • der Schutz vor feindlicher Beobachtung und feindlichem Flachfeuer
  • ein verdecktes oder gedecktes Beziehen
  • die Unterstützung der Nachbarn

STELLUNGEN WERDEN UNTERSCHIEDEN IN:

der Auftragserfüllung

  • Hauptstellung: Zur Erfüllung des Auftrages
  • Ergänzungsstellung: Wenn der Auftrag aus der Hauptstellung nicht zur Gänze erfüllbar ist
  • Wechselstellung: alternative Position zur Hauptstellung

Lage im Gelände

  • Vorderhangstellung: am feindseitigen Hang
  • Hinterhangstellung: auf der dem Feind abgewandten Seite eines Hanges
  • Kammstellung: auf dem Kamm eines Höhenrückens
  • Randstellung: entlang Orts- oder Waldrand

dem Schutz

  • Offen: weder Schutz vor feindlicher Beobachtung noch feindlichem Flachfeuer
  • Verdeckt: nur Schutz vor Beobachtung (ausgenommen Wärmebildgeräten)
  • Teilgedeckt: teilweise Schutz vor feindlichem Flachfeuer (zB aus einer bestimmten Richtung)
  • Eingedeckt: zumindest Schutz vor Splitterwirkung von oben
  • Gedeckt: Schutz vor der Wirkung von Flachfeuer

Vorderhang und Kammstellungen bieten meist gute Beobachtungsmöglichkeiten und ein gutes Schussfeld, häufig jedoch über auf Kampfentfernungen, die über die Einsatzschussweite hinausgehen. Solche Stellungen sind der feindlichen Beobachtung und vor allem der Wirkung weitreichender Flachfeuerwaffen ausgesetzt.

Kammstellungen bieten den Vorteil, dass Tätigkeiten hinter den Stellungen vom Erdfeind nicht eingesehen werden können.

Hinterhangstellungen sind so lange der feindlichen Beobachtung und Wirkung von Flachfeuerwaffen entzogen, bis der Feind den Höhenrücken überschreitet. Sie ermöglichen das Festlegen von Stellungen für eine günstige Kampfentfernung. Bei einer Hinterhangstellung muss die Gefechtsfeldbeobachtung vor dem Höhenrücken sichergestellt sein.

Wald- und Ortsränder sowie andere auffallende Geländeteile ziehen das Feuer auf sich. Randstellungen sind daher so weit in die Tiefe zu verlegen (d.h. nicht direkt am Rand), dass aus ihnen der Auftrag zwar erfüllt werden kann, aber die Wirkung feindlicher Flachfeuerwaffen herabgesetzt werden kann.

BEWEGUNGSARTEN

Es gilt der Grundsatz: Je näher dem Feind, desto näher dem Boden.

Die Bewegungsarten sind (Ingame)

  • Gehen
  • Laufen
  • Robben
  • sprungweises Vorarbeiten

Gehen kann der Soldat aufrecht oder gebückt solange es der Feind oder das Gelände zulassen.

Laufen dient vor allem dem raschen Überwinden von eigesehenen bzw. deckungslosen Geländeteilen, oder zur raschen Auftragserfüllung

Sprungweises Vorarbeiten wendet der Soldat zum schnellen Überwinden von Geländestreifen an, in denen er dem Feindfeuer ausgesetzt sein kann oder ist. Hiebei sind die eigene Feuerunterstützung und Feuerpausen des Feindes auszunützen. Dazu gehört:

  • Sprung
  • Laufen
  • Decken

Auf das Kommando "Sprung - vorwärts" oder selbsttätig, sucht sich der Soldat die nächste Deckung vor sich, erhebt sich und läuft möglichst schnell los und deckt sich am Zielort.

Beim Laufen bietet der Soldat ein großes Ziel. Durch Schnelligkeit und kurze Dauer des Laufes (bis zu 5 Sekunden) muss es dem Feind daher erschwert werden, eine gezielten Schuss abzugeben. Je näher der Soldat dem Feind ist, desto kürzer soll die Laufphase sein.

Nach dem Decken hat sich der Soldat zur Täuschung des Feindes seitlich zu verschieben oder abzurollen.

 

Copyright: TomNedry, CC BY

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