Fahrweisen

 

Eine bestimmte Fahrweise wird angewendet, wenn mehrere Schützenpanzer , meist im Zugsrahmen, gemeinsam fahren. Die Fahrweise kann

  • geschlossen,
  • überschlagend oder
  • raupenartig

sein.

Sie wird im Rahmen des Panzergrenadierzuges vom Zugskommandanten befohlen. Hierbei ist der Platz des Schützenpanzers in der jeweiligen Gefechtsform festgelegt.

Haben nur 2 Schützenpanzer einen gemeinsamen Auftrag durchzuführen (zB als Spitze), befiehlt der eingeteilte Kommandant die jeweilige Fahrweise.

Die geschlossene Fahrweise wird in allen Einsatzarten angestrebt.

Dies trifft besonders zu

  • um Nebel und sichtdeckendes Gelände auszunützen,
  • um Feuerschutz oder Feuerunterstützung auszunützen,
  • um beim Einbruch die größtmögliche Stoßkraft zu erzielen,
  • zum schnellen Überwinden von Höhen oder kurzen, übersichtlichen Geländeteilen sowie
  • zum raschen Durchfahren von Steilfeuer.

Bei der Aufklärung und der Sicherung wird im vermutlich feindfreien Gelände ebenfalls geschlossen gefahren. Ansonsten ist überschlagend zu fahren.

Überschlagend wird beim Vor- oder Zurückgehen

  • im vermutlich feindgefährdeten Gelände,
  • im übersichtlichen Gelände,
  • bei vermutlich unterlegenem Feind und
  • zum Lösen vom Feind

gefahren.

Im Rahmen einer Spitze oder eines Spähtrupps (2 Schützenpanzer), fährt der Schützenpanzer überschlagend im Wechsel mit dem zweiten Schützenpanzer von Deckung zu Deckung. Er fährt dabei nicht über die halbe Einsatzschussweite der Maschinenkanone des sichernden Schützenpanzers vor, sodass dieser noch wirksamen Feuerschutz geben kann. Gibt er selbst Feuerschutz, wählt er hiezu eine teilgedeckte oder verdeckte Stellung. Dabei werden die Bordwaffen auf Geländepunkte gerichtet, von denen der Feind auf den vorausfahrenden Schützenpanzer wirken könnte.

Es ist zu beachten, dass das vorfahrende Kampffahrzeug nicht über die halbe Einsatzschussweite hinausfährt. Erkennt der feuerschutzgebende Panzerkommandant, dass das vorfahrende Kampffahrzeug sich seiner halben Einsatzschussweite nähert, meldet er über Funk, zB: „14 von 13 – Schutz aus, Ende!".

Im Rahmen des Panzergrenadierzuges fährt der Schützenpanzer auf Befehl des Zugskommandanten gemeinsam mit dem in seiner Zugshälfte fahrenden Schützenpanzer in die befohlene Richtung oder gibt mit diesem der anderen Zugshälfte Feuerschutz.

Beispiel für einen Befehl des Zugskommandanten: „Alle von 1 – Befehl, Richtungspunkt Gehöft, überschlagend vorgehen rechts, Ende!".

Die rechte Zugshälfte fährt aus der jeweiligen Gefechtsform unter dem Feuerschutz der linken Zugshälfte in eine deckende Geländelinie. Diese muss sich innerhalb der halben Einsatzschussweite der Bordwaffen der Feuerschutz gebenden Teile befinden. Dort bezieht sie Stellung und überwacht ihrerseits nunmehr die Bewegungen der linken Zugshälfte.

Raupenartig wird beim Vor- oder Zurückgehen

  • im vermutlich feindbesetzten Gelände,
  • im unübersichtlichen Gelände,
  • bei unterschiedlicher Bewaffnung der Spitze und
  • bei Nacht oder bei schlechter Sicht

gefahren.

Im Rahmen einer aus Kampfpanzern und Schützenpanzern bestehenden Spitze oder bei einem gemischten Spähtrupp wird grundsätzlich raupenartig gefahren. Hierbei fährt der Schützenpanzer voraus.

Besteht die Spitze oder ein Spähtrupp aus zwei Schützenpanzern , so fährt der eine Schützenpanzer raupenartig im Wechsel mit dem anderen Schützenpanzer :

  • unter dessen Feuerschutz bis zur nächsten Deckung voraus, bezieht dort Stellung und übernimmt den Feuerschutz für das Nachziehen des anderen Schützenpanzer auf die gleiche Höhe; anschließend
  • fährt er wieder unter dem Feuerschutz des anderen Schützenpanzers zur nächsten Deckung vor und übernimmt abermals den Feuerschutz für dessen Nachziehen.

Die Sprünge des vorausfahrenden Kampffahrzeuges dürfen die halbe Einsatzschussweite der Bordwaffe des sichernden Schützenpanzers nicht überschreiten.

MERKE: Die geschlossene Fahrweise ist in allen Einsatzarten anzustreben!

 

Copyright: TomNedry, CC BY

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