Einsatz und Aufgabenverteilung

 

Der Einsatz des Schützenpanzers erfolgt grundsätzlich im Rahmen des Panzergrenadierzuges in den Einsatzarten

  • Angriff,
  • Verteidigung und
  • Verzögerung.

Die Hauptaufgabe des Schützenpanzers ist vor allem die Bekämpfung von Kampffahrzeugen, insbesondere von Schützenpanzern sowie die Unterstützung der abgesessen kämpfenden Panzergrenadiere. Den Feuerkampf führt die Besatzung des Schützenpanzers mit der Maschinenkanone und dem Turmmaschinengewehr. Zur Bekämpfung von Zielen stehen für die Maschinenkanone MK 30-2 folgende Munitionsarten zur Verfügung:

  • die Leuchtspur-Treibspiegelgeschosspatrone gegen gepanzerte Ziele bis 1500 m,
  • die Leuchtspur-Mehrzweckgranatpatrone gegen leichtgepanzerte und ungepanzerte Ziele bis 2000 m.

Das Turmmaschinengewehr wird vorwiegend gegen ungepanzerte Erdziele bis

  • 600 m gegen Punktziele und bis
  • 1000 m gegen Flächenziele verwendet.

Die Handfeuerwaffen werden gegen Infanteriefeind zum Selbstschutz eingesetzt.

Die Stärken des Schützenpanzers liegen in seiner Feuerkraft, seiner Beweglichkeit und in seinem Panzerschutz. Diese Elemente verleihen ihm Stoßkraft und erhöhen die Überlebensfähigkeit der Besatzung.

Die Feuerkraft ermöglicht den Feuerkampf auf weite Kampfentfernungen aus der Stellung und während der Bewegung, bei nahezu allen Sichtbedingungen und Witterungseinflüssen, gegen gepanzerte und ungepanzerte Ziele. Weiters kann die Besatzung die Reichweite der Bordwaffen im Infanteriegelände voll ausnützen. Das Zielfolgesystem versetzt den Schützenpanzer auch in die Lage Kampfhubschrauber zu bekämpfen.

  • Die Beweglichkeit befähigt ihn dazu:
  • Feuer rasch an den Feind zu bringen,
  • sich schnell dem Feindfeuer zu entziehen,
  • den Feind überraschend durch Stoß zu treffen,
  • die Panzergrenadiere rasch und kampfkräftig an ihren Einsatzort zu

bringen.

Der Panzerschutz vermindert die feindliche Waffenwirkung.

Die Schwächen des Schützenpanzers liegen in der eingeschränkten Sicht bei geschlossenen Luken und den gegebenen schusstoten Räumen. Sie vermindern die Beobachtungs- und Reaktionsmöglichkeiten. Dadurch ist der Schützenpanzer anfällig gegen Nahbekämpfung. Deswegen müssen sich die Schützenpanzer gegenseitig überwachen. Dies ist eine ständige Aufgabe der Panzerbesatzungen und der aufgesessenen Panzergrenadiere. Die Besatzung gleicht die Schwächen des Schützenpanzers durch geschicktes und entschlossenes Handeln sowie durch die Ausnützung des Geländes und der Stärken des Schützenpanzers aus.

VERANTWORTUNG UND AUFGABEN

Die Panzerbesatzung bildet eine Kampfgemeinschaft. Ihre reibungslose Zusammenarbeit ist unter allen Verhältnissen für den Kampferfolg von entscheidender Bedeutung. Dies setzt voraus, dass jedes Besatzungsmitglied seine Aufgaben voll beherrscht. Es muss die ihm zukommenden Tätigkeiten und Handgriffe rasch und sicher ausführen. Vorübergehend muss es auch die Aufgaben eines anderen Besatzungsmitgliedes übernehmen können.

Der Panzerkommandant ist für die Einsatzbereitschaft des Schützenpanzers und der Panzerbesatzung sowie für die Führung des Schützenpanzers im Gefecht verantwortlich. Er muss die eigenen Aufgaben beherrschen. Die Aufgaben der anderen Besatzungsmitglieder muss er kennen und ausführen können.

Im Gefecht muss der Schützenpanzer mit den anderen Schützenpanzern des Zuges und hauptsächlich mit den eigenen abgesessenen Panzergrenadieren fallweise mit Kampfpanzern und Jagdpanzern zusammenwirken. Der Panzerkommandant muss daher deren Einsatzgrundsätze kennen.

Wird die Panzergrenadiergruppe abgesessen nicht im Rahmen des Panzergrenadierzuges eingesetzt und ist sie Hauptträger des Gefechtes, geht die Feuerleitung über die Bordwaffe an den Panzergrenadiergruppenkommandanten über.

Der Richtschütze ist in Zusammenarbeit mit dem Panzerkommandanten für das Laden und Entladen der Bordwaffen sowie für die rechtzeitige Durchführung folgender Hauptaufgaben verantwortlich:

  • die Führung des Feuerkampfes
  • die Meldung, wenn der Sperrbestand erreicht ist oder nur noch 25 Patronen für eine Munitionsart vorhanden sind,
  • die Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen,

Er unterstützt den Panzerkommandanten

  • bei der Gefechtsfeld- und Luftraumbeobachtung sowie
  • beim Einhalten der Sicherheitsbestimmungen.

Der Panzerfahrer fährt den Schützenpanzer nach den Kommandos, Befehlen und Zeichen des Panzerkommandanten. Die Hauptaufgaben des Panzerfahrers sind:

  • das lage- und geländeangepasste Fahren,
  • die Beobachtung des Fahrweges, um Hindernisse und Sperren (zB Sumpfstellen, Abbrüche, Minen) rechtzeitig zu erkennen,
  • die Meldung, wenn der Kraftstoffbestand auf ein Viertel des Tankinhaltes

gesunken ist.

Er unterstützt den Panzerkommandanten

  • bei der Gefechtsfeld- und Luftraumbeobachtung,
  • bei der Schussbeobachtung (soweit er nicht andere Aufgaben durchführt).

Die wichtigsten gemeinsamen Aufgaben der Panzerbesatzung sind:

  • Führung des Feuerkampfes,
  • Beladung, Aufmunitionierung und Betankung.

Mit Einzelbefehlen führt der Panzerkommandant unterstellte Teile meist unter Zeitdruck und während des Gefechtes. Er ergänzt damit erforderlichenfalls bereits früher befohlene Maßnahmen.

Die häufigsten Kommandos für den Panzerfahrer (Fahrkommandos) sind in der nachstehenden Tabelle enthalten:

Kommando

Reaktion des Panzerfahrers Anlass

„Fahrer Marsch",

fährt geradeaus an,

für das Anfahren vorwärts,

"Fahrer rechts (links) Marsch", fährt an und lenkt so lange rechts (links), bis der Panzerkommandant „Gerade aus" befiehlt, für das Anfahren vorwärts mit Richtungsänderung,
„Fahrer rechts (links) rückwärts Marsch", fährt an und lenkt so lange, bis der Panzerkommandant „Geradeaus" befiehlt,  für das Anfahren rückwärts mit Richtungsänderung,
„Fahrer rückwärts Marsch", fährt rückwärts ohne Lenkbewegung an, für das Anfahren rückwärts,
„Fahrer 11 Uhr!" oder „Fahrer Richtungspunkt Kirchturm"

lenkt so lange links, bis 11 Uhr erreicht oder der Richtungspunkt in Fahrtrichtung sichtbar ist,

für Richtungsänderungen während der Fahrt,

„Fahrer rechts (links)",  lenkt solange, bis der Panzerkommandant „Geradeaus!" befiehlt, für Richtungsänderungen während der Fahrt,
„Fahrer schneller (langsamer)" erhöht oder verringert die Geschwindigkeit, für Geschwindigkeitsänderungen,
„Fahrer halt" bzw. „Fahrer halten!",  hält beim Kommando „Halt" so rasch wie möglich, beim Kommando „Halten" lässt er den Schützenpanzer, mäßig bremsend, ausrollen,  für das Halten bzw. Anhalten,
„Fahrer auf der Stelle rechts (links) drehen", dreht den Schützenpanzer so lange auf der Stelle, bis der Panzerkommandant „Halt" befiehlt, für das Drehen auf der Stelle.

 

Beim Befehlen eines Richtungspunktes muss der Panzerkommandant berücksichtigen, dass der tiefer sitzende Panzerfahrer diesen auch erkennen kann. Der Richtungspunkt muss im Blickfeld des Panzerfahrers erkennbar sein (annähernd zwischen 11 und 1 Uhr).

 

Copyright: TomNedry, CC BY

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