Improvised Explosive Devices

 

Deutsche Bezeichung: Unkonventionelle Spreng- oder Brandvorrichtung

EINLEITUNG

Beim Kampf gegen irreguläre Kräfte (Insurgents) hat man sehr häufig mit Angriffen mit Infanteriewaffen (Sturmgewehr, MG und leichte Panzerabwehrwaffen) aus Hinterhaltsstellungen, Anschlägen mittels IED oder Mörserfeuer zu tun.

Gerade bei IED gibt es nur wenige erfolgreiche Methoden der Prävention. Nach den offiziellen Berichten der NATO sind etwa 70-80 % der Ausfälle in AFGHANISTAN durch IEDs bedingt.

Praktisch ist daher das richtige taktische Verhalten nach einem IED-Anschlag relevant, um Folgeausfälle zu vermeiden und die Auftragserfüllung trotzdem weiter zu gewährleisten. Zwei taktische Verfahren dazu sind der „5/25 Check“ und der „VP-Check“.

5-25 CHECK

Beim „5/25 Check“ handelt es sich um eine Umkreissuche nach Kabeln oder anderen Hinweisen auf IEDs, die den Schutz des haltenden Fahrzeuges und der abgesessenen Truppe gewährleisten sollen. Der Ablauf ist wie folgt:

1. Absuchen des unmittelbaren Umkreises aus dem haltenden Fahrzeug (auch unter Nutzung von optischen Hilfsmitteln).

2. Absitzen vom Fahrzeug, dabei Blick auf den Boden (Trittstelle) und Schließen der Fahrzeugtüren. Sicherung erfolgt durch die Bordwaffe des Fahrzeuges oder einem Einzelschützen am Fahrzeug.

3. Blick unter das Fahrzeug

4. Kreisförmiges Absuchen des 5m Umkreises

5. Kreisförmiges Absuchen des 25m Umkreises

6. Einnahme der Sicherung

VP-CHECK

Beim „VP-Check“ („VPC“) handelt es sich um das vorgestaffelte Durchsuchen von kritischen (VP = Vulnerable Point) Geländepunkten, an denen die Gefahr von IEDs als besonders hoch eingestuft wird. VPs sind zum Beispiel eine unter der Straße laufenden Kanalisation, Engen, Kreuzungsbereiche und/oder Stellen an denen schon vorher IED Anschläge stattgefunden haben. Das Durchsuchen hat unter gegenseitiger Sicherung zu erfolgen (Nahsicherer).

VERHALTEN NACH ANSCHLAG

1. Verbindung/Kommunikation halten

2. Verlassen des unmittelbaren Gefahrenbereiches (die sog. KILL ZONE)

3. Einnahme einer aufgesessenen Rundumsicherung.

4. „Innehalten“ und Überblick verschaffen (komplexer Hinterhalt?)

5. 5/25 Check

6. Absperren der Straße (Querstellen von Fahrzeugen)

7. Abgesessene Bewegung zum zerstörten Fahrzeug (Nahsicherer)

8. 5/25 Check um das zerstörte Fahrzeug

9. Bergung, Erste Hilfe

Wichtig ist, dass nach einem IED Anschlag die Sicherung Vorrang vor Hilfeleistung hat. Die Gefährdung durch anschließende Feuerkämpfe sowie weiterer Sprengfallen darf nicht unterschätzt werden.

Erfahrungsgemäß sind nach einem Anschlag die meisten Soldaten intuitiv auf die Situation an der Anschlagsstelle fokussiert und vernachlässigen die Rundumsicherung.

PRÄVENTIVE MASSNAHMEN

Als präventive Maßnahme neben dem VP-Check ist es im IED/Hinterhalts-Gefährdeten Gelände wichtig die Abstände zwischen den Fahrzeugen und Soldaten einzuhalten, eine zügige aber unregelmäßige Marschgeschwindigkeit einzuhalten und wechselnde Marschzeiten und –routen zu wählen.

 

Copyright: TomNedry, CC BY

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