Operationsbefehl UebMan211915Bmay26

1. ALLGEMEINE LAGE
Der Staat Chongo befindet sich seit mehreren Jahren in einem andauernden Bürgerkrieg. Unterschiedliche Milizen, Warlords und ehemalige Regierungstruppen kämpfen um die Kontrolle über wichtige Verkehrswege, Städte und Ressourcen. Die Sicherheitslage im gesamten Operationsgebiet ist instabil. Besonders im Raum Chongo kommt es regelmäßig zu Gefechten zwischen rivalisierenden Kräften.
Die zivile Bevölkerung leidet unter massiven Versorgungsengpässen. Nahrung, medizinische Versorgung und Treibstoff sind knapp. Internationale Hilfsorganisationen konnten aufgrund der unsicheren Lage bislang nur eingeschränkt operieren.
Die Vereinten Nationen sowie internationale Partnerstaaten haben beschlossen, humanitäre Hilfslieferungen in die Region zu entsenden. Voraussetzung hierfür ist die Sicherung eines logistischen Korridors sowie eines geeigneten Umschlagpunktes für Lufttransporte.
Die Bundeswehr beteiligt sich im Rahmen eines multinationalen Einsatzverbandes an der Stabilisierung der Region. Kräfte der Panzergrenadierbrigade 37 wurden in den Norden des Einsatzgebietes verlegt, um den Vormarsch auf die Stadt Chongo durchzuführen.
Feindliche Kräfte kontrollieren derzeit den Flugplatz westlich der Stadt sowie mehrere Zugangsstraßen. Es wird mit leicht mechanisierten Kräften, technischen Fahrzeugen sowie Infanterie in urbanem Gelände gerechnet. Vereinzelte Checkpoints, Straßensperren und improvisierte Sprengfallen sind wahrscheinlich.
Eigener Auftrag ist es, aus Norden auf Chongo vorzurücken, feindliche Kräfte entlang der Versorgungsroute zu zerschlagen und den Flugplatz der Stadt einzunehmen. Nach erfolgreicher Sicherung soll der Flugplatz als logistischer Knotenpunkt für humanitäre Hilfsgüter, Verwundetentransporte und weitere militärische Versorgung genutzt werden.
Die lokale Bevölkerung gilt grundsätzlich als neutral, verhält sich jedoch gegenüber bewaffneten Kräften zurückhaltend. Mit vereinzelten Sympathisanten feindlicher Milizen innerhalb urbaner Gebiete ist zu rechnen.
FEINDLAGE
Im Operationsraum Chongo operieren mehrere bewaffnete Milizenverbände unterschiedlicher Stärke und Organisation. Der Feind verfügt überwiegend über leichte Infanteriekräfte, die flexibel und dezentral eingesetzt werden. Die Kämpfer sind mit Handwaffen, Maschinengewehren, Panzerabwehrhandwaffen sowie vereinzelten schweren Unterstützungswaffen ausgerüstet.
Zur Mobilität nutzt der Feind hauptsächlich zivile oder improvisierte Fahrzeuge, welche für den Kampfeinsatz modifiziert wurden („Technicals“). Diese Fahrzeuge sind häufig mit schweren Maschinengewehren oder rückstoßfreien Waffen bewaffnet und werden insbesondere für schnelle Angriffe sowie Hinterhalte eingesetzt.
Im Raum Chongo wurden vereinzelt veraltete Kampfpanzer sowjetischer Bauart aufgeklärt. Aufgrund des schlechten Wartungszustandes ist deren Einsatzfähigkeit eingeschränkt, dennoch stellen sie insbesondere in urbanem Gelände eine ernstzunehmende Bedrohung dar.
Zusätzlich werden die Milizen durch die private Söldnerorganisation ION unterstützt. Kräfte von ION verfügen über moderne Waffen, Kommunikationsmittel sowie verbesserte persönliche Schutzausstattung. Weiterhin ist davon auszugehen, dass ION-Kräfte taktisch ausgebildet sind und koordinierter operieren als reguläre Milizelemente.
ION übernimmt vermutlich die Führung wichtiger Verteidigungsabschnitte, die Ausbildung lokaler Kräfte sowie Spezialaufträge wie Aufklärung, gezielte Gegenangriffe und den Schutz strategischer Einrichtungen. Besonders im Bereich des Flugplatzes Chongo ist mit verstärkter Präsenz von ION-Kräften zu rechnen.
Der Feind nutzt bevorzugt urbane Räume, Straßensperren und vorbereitete Hinterhalte, um eigene Unterlegenheit gegenüber mechanisierten Kräften auszugleichen.
EIGENE LAGE
Aufgrund mehrerer zeitgleicher internationaler Konflikte und Bündnisverpflichtungen stehen der Bundeswehr nur begrenzte Kräfte für den Einsatz im Raum Chongo zur Verfügung. Der deutsche Einsatzanteil konzentriert sich daher auf kleinere, klar definierte Operationen zur Stabilisierung der Region sowie zur Unterstützung humanitärer Maßnahmen.
Kräfte der Panzergrenadierbrigade 37 wurden als schneller Eingreifverband in das Operationsgebiet verlegt. Der Transport in den Einsatzraum erfolgte mittels LCAC über den Seeweg. Nach Anlandung setzen die Kräfte am Vorderen Rand der Verteidigung (VRV) an und bereiten von dort den weiteren Vormarsch auf Chongo vor.
Der eigene Abschnitt im Bereich des VRV blieb bislang weitgehend ruhig. Feindkontakte wurden bisher nur vereinzelt gemeldet. Zur Sicherung der eigenen Kräfte wurden entlang der Hauptannäherungsachsen Feldposten mit Panzerabwehrmitteln eingerichtet. Diese überwachen das Vorgehen der Kampftruppe und sichern insbesondere gegen überraschende Vorstöße feindlicher Fahrzeuge.
Der Scharfschützentrupp Golf 1 hat bereits verdeckte Stellungen im Vorfeld bezogen und führt seit Missionsbeginn Aufklärungsoperationen im Raum Chongo durch. Erste Feindbewegungen sowie vermutete Stellungen wurden bereits aufgeklärt und auf den Einsatzkarten markiert.
Golf 1 unterstützt den Auftrag ausschließlich durch Aufklärung und Zielbeobachtung. Ein direkter Kampfeinsatz erfolgt nur im äußersten Notfall oder zur Eigensicherung.
ZIVILE LAGE
Die zivile Lage im Raum Chongo ist angespannt. Durch die andauernden Bürgerkriege wurden große Teile der Infrastruktur zerstört oder schwer beschädigt. Die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln, Trinkwasser, Medikamenten und Treibstoff ist nur eingeschränkt möglich. Besonders in den urbanen Gebieten rund um Chongo halten sich weiterhin größere Gruppen von Zivilisten auf.
Teile der Bevölkerung sind bereits aus den umkämpften Regionen geflohen. Entlang wichtiger Verkehrsachsen sowie in Randgebieten der Stadt wurden kleinere Flüchtlingslager und improvisierte Unterkünfte festgestellt. Mit spontanen Bewegungen von Zivilisten innerhalb des Einsatzraumes ist jederzeit zu rechnen.
Die Haltung der Bevölkerung gegenüber ausländischen Streitkräften ist uneinheitlich. Während Teile der Zivilbevölkerung auf humanitäre Hilfe hoffen, stehen andere Gruppierungen internationalen Truppen misstrauisch gegenüber oder sympathisieren mit lokalen Milizen.
Der Feind nutzt zivile Infrastruktur teilweise für militärische Zwecke. Es ist davon auszugehen, dass sich bewaffnete Kräfte in Wohngebieten, Industrieanlagen sowie öffentlichen Einrichtungen aufhalten. Dadurch besteht ein erhöhtes Risiko für Kollateralschäden und die Gefährdung unbeteiligter Zivilisten.
Der Schutz der Zivilbevölkerung besitzt hohe Priorität. Der Einsatz von Waffenwirkung ist unter Beachtung der geltenden Einsatzregeln sowie unter Vermeidung unnötiger ziviler Schäden durchzuführen. Humanitäre Einrichtungen, Flüchtlingslager und medizinische Versorgungspunkte sind besonders zu berücksichtigen.
2. AUFTRAG
Während die Brigade sich auf den Angriff vorbereitet führen eigene Mars ein Zerschlagen des Flughafens von Chongo durch, um feindliche Luftunterstützung zu schwächen.
Die Brigade überschreitet die eigenen Feldposten im Norden und tritt in den zugewiesenen Gefechtsstreifen ein. Ziel ist es, die festgelegten Zwischenziele (ZZ1 bis ZZ4) zu erreichen und anschließend das Angriffsziel (AZ), Chongo zu sichern.
3. DURCHFÜHRUNG
Der Panzergrenadierzug fließt in seinen Gefechtsstreifen ein. Golf 1 Schlägt dazu die markierte Route vor.
Im Anschluss geht er auf den Angriff des ZZ1 und ZZ2 über. Dort wurde motorisierte Panzerabwehr aufgeklärt.
Ist ZZ1 und ZZ2 gesichert, kann der Fluss Okavango überschritten werden. Aufgrund einer Dürre, führt dieser kaum Wasser und kann an Furt A, Furt B und Furt C überschritten werden.
Im Zwischengelände zwischen ZZ2 und ZZ3 wurde eine Stellung aufgeklärt, die es zu nehmen gilt.
Im ZZ4 werden Checkpoints vermutet, welche die Kreuzung abriegelt.
Im AZ teilt sich der Zug, wie markiert, auf. A-1 + A-2 Sichern das Flugfeld sowie alles westlich der Hauptstraße. A-3 + A-4 sichern alles Östlich der Hauptstraße.
4. EINSATZUNTERSTÜTZUNG
Die roten Bereiche, markiert mit UXO sollten nur im Notfall betreten werden. Hier wird nicht zerstörte Munition vermutet, die bei Betreten des Bereichs umsetzen könnte.
5. FÜHRUNGSUNTERSTÜTZUNG
Frequenzbelegung:
Zugkreis Fahrzeuge und OpZ: 40.0 MHz
Zugkreis Infanterie: 45.0 MHz
A1/B1: 76.5 MHz
A2/B2: 70.8 MHz
A3/B3: 65.1 MHz
A4/B4: 60.3 MHz



